Presse

Image

Die European Federation of Periodontologie (EFP) begeht 25-jähriges Jubiläum mit Aufruf zu verbesserter parodontaler Gesundheit

Mittwoch, 27 April 2016

Frankfurt am Main, 12. April 2016: Die European Federation of Periodontology, EFP (der Europäische Dachverband der nationalen wissenschaftlichen Fachgesellschaften für Parodontologie), die diesen Monat ihr 25-jähriges Jubiläum unter dem Motto „Parodontale Gesundheit für ein besseres Leben" feiert, ruft zum weltweiten Handeln für eine Verbesserung von Mundgesundheit, allgemeiner Gesundheit und des Gesundheitswesens auf.

Die EFP bezieht sich auf neueste Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Parodontologie, die Zusammenhänge zwischen Parodontitis und systemischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, kardiovaskulären Erkrankungen und anderen chronischen Krankheiten aufzeigen.

Dabei können Parodontologen und Zahnärzte Menschen nicht nur dabei helfen, ihre Mundgesundheit zu erhalten und zu verbessern, sondern auch anderen schweren Erkrankungen vorzubeugen, sie zu erkennen und zu behandeln.

„Der Parodontologe bzw. Zahnarzt soll zu einem entscheidenden Akteur im Hinblick auf Verhaltensänderungen und Gesundheitsförderung werden. Denn die Zahnarztpraxis ist die Gesundheitseinrichtung, die von gesunden Menschen am häufigsten besucht wird", so der amtierende EFP-Präsident Professor Dr. Dr. Søren Jepsen. „Dies bietet eine große Chance, Krankheiten vorzubeugen oder sie zumindest im Frühstadium zu erkennen".

Professor Jepsen hat die Gesundheitsfachkräfte dazu aufgerufen, das EFP-Manifest „Perio and General Health" zu lesen und zu unterzeichnen. Darin wird die Schlüsselrolle erläutert, die Dentalexperten bei der Verbesserung der Allgemeingesundheit spielen können.

Die EFP ist die Dachorganisation von 29 nationalen wissenschaftlichen Mitgliedsgesellschaften aus Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten. Seit 25 Jahren bringt sie die Forschung und das Wissen zu parodontalen Erkrankungen voran, um die Mundgesundheit der Bevölkerung zu verbessern.

Professor Juan Blanco, der nach der Hauptversammlung der EFP am 23. April 2016 in Berlin sein Amt als EFP-Präsident antritt, kündigte an: „Meine oberste Priorität ist es, mich dafür einzusetzen, dass Zahnfleischgesundheit und Zahnfleischerkrankungen verstärkt auf die internationale Gesundheitsagenda gelangen. Wir hoffen, im allgemeinen Interesse der Patienten, der Behörden, der Gesundheitsbeauftragten und der Bürger zu handeln, wenn wir das Bewusstsein für die Parodontologie stärken und die Forschung sowie die vorbildliche Implementierung der Erkenntnisse fördern".

Warum eine gesunde Gingiva so wichtig ist

Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates und eine der Hauptursachen von Zahnverlust. Sie wirkt sich auf die Ernährung, das Sprechen sowie das Selbstbewusstsein und Wohlbefinden der Patienten aus. Eine parodontale Erkrankung lässt sich verhindern und kann erfolgreich behandelt werden – vor allem dann, wenn sie frühzeitig diagnostiziert wird. Unbehandelt verschlimmert sie sich jedoch mit der Zeit und kann sich zu einer schweren chronischen Parodontitis entwickeln, welche die Allgemeingesundheit beeinträchtigen und sogar die Lebenserwartung verkürzen kann.

Ein häufiges Hindernis für die Früherkennung parodontaler Erkrankungen ist, dass sie normalerweise keine Schmerzen oder starkes Unbehagen verursacht. Deshalb bemerken viele Menschen die Entwicklung nicht. Das am häufigsten auftretende Symptom ist Zahnfleischbluten.

Abgesehen von ihren Auswirkungen auf die Gesundheit verursachen parodontale Erkrankungen auch beträchtliche Kosten: europaweit etwa 20 Milliarden Euro im Jahr. Die Parodontitis ist in Europa jedoch weit verbreitet: Allein in Deutschland leiden 20 bis 30 Millionen Menschen daran, acht Millionen davon unter einer schweren Form. Doch nur wenige werden angemessen behandelt.

„Es besteht eine deutliche Unterversorgung der deutschen Bevölkerung hinsichtlich der Parodontalgesundheit. Diese steht im Gegensatz zu der besorgniserregenden Prävalenz der Parodontitis", so Professor Peter Eickholz, Vorsitzender der deutschen Gesellschaft für Parodontologie, der DG PARO. „Im Jahr 2013 wurden beispielsweise nur 973.000 Parodontitis-Fälle im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung behandelt und das, obwohl fast 90 Prozent der Deutschen gesetzlich krankenversichert sind."

Parodontitis und Diabetes – Zusammenhänge und Handlungsbedarf

Parodontitis ist eine chronische entzündliche Krankheit, die sich nachteilig auf die Allgemeingesundheit auswirken kann. Immer mehr parodontologische Studien belegen den Zusammenhang zwischen Parodontitis und systemischen Krankheiten wie Typ-2-Diabetes oder kardiovaskulären Erkrankungen.

„Bei manchen Patienten kann die Erkrankung ein Auslöser oder ein Symptom für eine andere chronische, nichtübertragbare Erkrankung sein. Deshalb werden die Prävention und Behandlung von Parodontitis zukünftig in der öffentlichen Gesundheitsförderung eine bedeutende Rolle spielen", erläutert Professor Iain Chapple, Vorsitzender des wissenschaftlichen Ausschusses der EFP. „Parodontitis ist ein Risikofaktor für Diabetes. Je ausgeprägter sie ist, desto größer können auch die Komplikationen des Diabetes sein."

Dr. David Cavan, Direktor für Politik und Programme bei der Internationalen Diabetesvereinigung (International Diabetes Federation, IDF), betont die hohen Belastungen durch Diabetes sowohl auf ökonomischer als auch auf menschlicher Ebene sowie die weltweit zunehmende Prävalenz:

„Wir müssen unbedingt alle Faktoren in Angriff nehmen, die das Entstehungsrisiko und die Komplikationen eines Typ-2-Diabetes erhöhen. Und es ist klar, dass eine parodontale Entzündung zu sehr ungünstigen Krankheitsverläufen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes beitragen und sogar deren Progression beschleunigen kann", so Dr. Cavan. „Deshalb möchte sich die IDF gemeinsam mit der EFP für die Förderung optimaler Mundgesundheit einsetzen. Sie ist ein wichtiger Teil unserer Anstrengungen, Typ-2-Diabetes vorzubeugen und die Betreuung von Menschen mit allen Diabetes-Typen zu verbessern.

*****

Über die European Federation of Periodontology (EFP)

• Die European Federation of Periodontology, EFP (der europäische Dachverband der nationalen parodontologischen Fachgesellschaften) ist einer der bedeutendsten europäischen und globalen Akteure auf dem Gebiet der parodontalen Gesundheit.

• Der Dachverband vereint 29 nationale wissenschaftliche Fachgesellschaften, die sich dazu verpflichtet haben, die Forschung im Hinblick auf die wissenschaftliche und praktische Parodontologie voranzutreiben und gleichermaßen darüber zu informieren und Aufklärung zu betreiben.

• Etwa 14.000 Parodontologen und Experten für parodontale Gesundheit aus Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten sind Mitglieder der EFP.

• Die EFP betreibt evidenzbasierte Wissenschaft und handelt im allgemeinen Interesse. Sie hat keinen kommerziellen oder branchenspezifischen Auftrag.

Ihr derzeitiger Präsident ist Prof. Søren Jepsen. Der künftige Präsident ist Prof. Juan Blanco. Er wird das Amt nach der Hauptversammlung der EFP am 23. April 2016 in Berlin übernehmen.

• Die EFP leitet den globalen Dialog zu parodontaler Gesundheit und Erkrankung. Außerdem ist sie die treibende Kraft hinter der, dem weltweit bedeutendsten Parodontologie-Kongress, und dem European Workshop of Periodontology, der wichtigsten wissenschaftlichen Parodontologie-Konferenz.

• Außerdem ist die EFP Herausgeber des Journal of Clinical Periodontology, der auf diesem Gebiet maßgeblichen wissenschaftlichen Zeitschrift mit einem Impact Factor von 4,01. Weitere Informationen finden Sie unter: www.efp.org.

Kontaktinformationen:

Andrea Williams, Medienreferentin (Englisch):

E-Mail: andrea@fluentpr.co.uk

Santi Quiñones, EFP Kommunikationskoordinator (Englisch, Französisch und Spanisch):

E-Mail: santi.quinones@marcasmasvivas.com

Kontaktdaten

Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e. V.
Neufferstraße 1
93055 Regensburg

Phone: 0941-94 27 99 0
Fax: 0941-94 27 99 22
E-mail: kontakt@dgparo.de