Wie wird eine Parodontitis behandelt?
Eine bestehende Parodontitis kann durch eine systematische
Behandlung meist zum Stillstand gebracht werden. Grundlage jeder Behandlung ist dabei die vollständige
Beseitigung der verursachenden bakteriellen Plaque.
Dabei geht Ihr Praxisteam in mehreren Schritten vor:
Initial- oder Hygienephase:
In Ihrer Zahnarztpraxis werden Ihnen die Ursachen der
Parodontitis erklärt. Dort erfahren Sie, wie Sie Ihre Zähne
und Ihr Zahnfleisch sauber halten können.
Sie lernen, wie
Sie die verschiedenen Reinigungsinstrumente richtig
handhaben. Die Zähne werden dabei zunächst von den
erreichbaren weichen Belägen und Auflagerungen befreit.
Politur und Fluoridierung der Zahnoberflächen schließen
sich an. Je nach Ausgangssituation sind für diese Maßnahmen
mehrere Termine notwendig. Anschließend werden
in der Praxis alle erreichbaren harten Auflagerungen
und bakteriellen Beläge von den Wurzeloberflächen und
aus den Zahnfleischtaschen entfernt. Durch diese erste
Hygienephase wird die Bakterienmenge verringert und
die Entzündung geht zurück.
Zum Abschluss der professionellen
Zahnreinigung werden
die Zahnoberflächen mit
speziellen Pasten und Polierkelchen
poliert. Plaque kann
jetzt nicht mehr so schnell
anhaften.Antibiotikatherapie:
In bestimmten Fällen kann der Einsatz von Antibiotika
in verschiedenen Formen angezeigt sein, um besonders
aggressive Bakterien abzutöten.
Zwischenkontrolle (Reevaluation):
Nach einigen Wochen erfolgt eine erneute Beurteilung
Ihres Zahnfleisches. Wenn die bisherige Behandlung
nicht ausgereicht hat, um die Zahnfleischtaschen zu beseitigen,
wird Ihnen der Zahnarzt weiterführende Behandlungsschritte
vorschlagen. Dazu gehört die korrektive (chirurgische)
Phase.
Korrektive (chirurgische) Phase:
In manchen Fällen ist ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig, um Zahnsteinreste und Bakterien, die in schwer
zugänglichen Zahnfleischtaschen und Wurzelgabelungen
(Furkationen) verblieben sind, zu entfernen. Hierbei
werden in örtlicher Betäubung die Wurzeloberflächen
unter Sicht gereinigt, um möglichst jeden Bakterienschlupfwinkel
zu erfassen. Bei größerem Knochenverlust
besteht dabei außerdem die Möglichkeit, diesen durch
spezielle Behandlungsmethoden teilweise zu reparieren
(sog. regenerative Verfahren).
Auch nach chirurgischen Eingriffen
muss die Plaque mit einer
sehr weichen Zahnbürste
entfernt werden.
Nachsorge (Unterstützende Parodontitistherapie:
UPT, Recall):
Der langfristige Erfolg der Parodontalbehandlung hängt
von Ihrer Mitarbeit bei der täglichen Mundhygiene und
von der regelmäßigen Betreuung durch das zahnärztliche
Praxisteam ab. Im Rahmen der Nachsorgeuntersuchungen
werden Zähne und Zahnfleisch kontrolliert (z. B.
Messung der Zahnfleischtaschen) und professionell gereinigt.
Sie erfahren dabei auch, an welchen Stellen Sie Ihre
Mundhygiene noch verbessern sollten. Die Häufigkeit der
Nachsorgetermine richtet sich nach dem Schweregrad
der Erkrankung und dem individuellen Erkrankungsrisiko
des Patienten. In den meisten Fällen ist ein Nachsorgetermin
alle drei bis sechs Monate nötig.
Nehmen Sie die
Nachsorgetermine unbedingt wahr! Ohne regelmäßige
Nachsorgetermine besteht sonst die Gefahr, dass die Erkrankung
wiederkehrt und sich die Zerstörung des Zahnhalteapparates
fortsetzt.
Wichtig: Für den Erfolg der Parodontalbehandlung
ist Ihre Mitarbeit von entscheidender Bedeutung.
Nehmen Sie die Behandlungstermine und die
Nachsorgetermine unbedingt wahr und verwenden
Sie besondere Sorgfalt auf Ihre tägliche Mundhygiene.
