Deutsche Gesellschaft
für Parodontologie e. V.
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Wie reinige ich meine Implantate?

Reinigen von Implantaten Wichtig ist, dass Sie alle Beläge täglich vollständig entfernen.
Neben der zweimal täglichen gründlichen Reinigung der Zähne und des Mundraumes müssen Sie einmal täglich alle Implantatoberflächen und Zahnzwischenräume gründlich reinigen. Dabei ändert sich während der Behandlung die Art, wie Sie Ihre Implantate am besten reinigen. Fragen Sie hierzu immer auch Ihren Zahnarzt.
Direkt nach der Implantation ist die Wunde oft noch empfindlich, so dass in dieser Region keine Zahnbürste zum Einsatz kommen sollte. Mit speziellen antibakteriellen Mundspüllösungen und manchmal auch mit speziellen antibakteriellen Gelees verhindern Sie jetzt, dass sich zu viele Bakterien ansiedeln.
Das gleiche gilt auch direkt nach der Freilegung. Manchmal kann jetzt aber schon zusätzlich eine extra weiche Zahnbürste verwendet werden.
Spätestens mit der Eingliederung des Zahnersatzes beginnt die Reinigung mit Bürste und Zahnpasta, die möglichst antibakterielle Wirkstoffe enthalten sollte. Gut geeignet sind meist weiche Bürsten.
Bürsten Sie die Zähne gründlich. Lassen Sie sich in Ihrer Praxis zeigen, wie Sie mit der Zahnbürste am besten bakterielle Zahnbeläge entfernen können.
Interdentalbürste Die Zahnbürste erreicht allerdings nicht Zahnzwischenräume und Nischen. Damit auch dort keine Bakterienbeläge entstehen, reinigen Sie diese mit speziellen Zwischenraumbürstchen (sog. Interdentalbürstchen) und mit Zahnseide. Lassen Sie sich auch hier zeigen, wie Sie am besten vorgehen und welche Produkte am besten für Sie geeignet sind. Für Stegverbindungen verwenden Sie Floss-Zahnseide und ebenfalls Zwischenraumbürstchen. Wichtig ist, dass Sie auch schon bei alle Implantatteile sorgfältig reinigen.

Den herausnehmbaren Zahnersatz selbst reinigen Sie mit einer speziellen Prothesenbürste größerer Härte.
Auch nach der Eingliederung des endgültigen Zahnersatzes bleibt es dabei: Für eine gründliche Reinigung benötigen Sie Zahnbürste und Zahnpasta, Zwischenraumbürstchen und Zahnseide. Fragen Sie in Ihrer Praxis, ob Sie genauso weiter arbeiten sollen wie beim provisorischen Ersatz oder ob es jetzt noch neue Pflegehinweise gibt.
Wichtig ist, dass Sie täglich alle Beläge auf den Zähnen, den Kronen, dem Zahnersatz, den Implantatoberflächen und in den Zahnzwischenräumen entfernen. Nach der Einheilung verwenden Sie dazu Zahnbürste und Zahnpasta, Zahnzwischenraumbürstchen und Zahnseide.

Warum ist gute Mundhygiene so wichtig?

Unzureichende Mundhygiene kann zu Implantatverlust führen. In der gesunden Mundhöhle kommen über 700 verschiedene Bakterienarten vor, von denen die meisten harmlos sind. Manche dieser Bakterien lagern sich auf den Zähnen oder den Implantaten an. Werden sie dort regelmäßig entfernt, bleiben sie harmlos.
Bei unzureichender Mundhygiene wird die Implantatoberfläche allerdings dauerhaft mit Bakterien besiedelt. Eine schlechte Abwehrlage begünstigt außerdem ihr Wachstum. Diese Bakterien können jetzt eine Entzündung auslösen. Zunächst entsteht nur eine Mukositis, eine Entzündung der Schleimhaut, die das Implantat umgibt. Jetzt ist Vorsicht geboten, denn diese Mukositis kann die Vorstufe zu einer sog. Periimplantitis sein.
Die Periimplantitis (Entzündung mit Knochenverlust um das Implantat) ist vergleichbar mit einer Parodontitis. Beide Erkrankungen werden von denselben Bakterien ausgelöst. Dadurch wird eine nichtbehandelte Parodontitis auch zur Gefahr für ein Implantat. Bei der Periimplantitis kommt es genauso wie bei der Parodontitis zu einem Abbau des Kieferknochens. Dadurch verliert das Implantat seine Verankerung und lockert sich. Tatsächlich ist die Periimplantitis die häufigste Ursache für einen Implantatverlust.
Durch gute Mundhygiene beugen Sie der Entstehung einer Periimplantitis vor. Die Periimplantitis ist die häufigste Ursache für einen Implantatverlust.

Woran erkenne ich Mukositis und Periimplantitis?

Zahnfleischerkrankungen Vorsicht: Mukositis und Periimplantitis können sich entwickeln, ohne dass Sie deutliche Zeichen davon wahrnehmen. Auch deswegen sind regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt so wichtig.
Mukositis und Periimplantitis sind meist schmerzfrei und werden daher von den Patienten oft übersehen. Wichtigstes Alarmzeichen ist eine erhöhte Blutungsneigung des Zahnfleisches. Allerdings ist auch die für Sie selbst nur schwer erkennbar.

Am ehesten bemerken Sie diese beim Zähneputzen, wenn beim Ausspülen oder bei der Arbeit mit der Zahnzwischenraumbürste oder mit der Zahnseide ein bisschen Blut zu sehen ist.
In der Einheilungsphase ist das zunächst ganz normal. Durch sehr gute Mundhygiene, auch trotz der Blutung, tragen Sie dazu bei, dass sich das Gewebe schnell beruhigt. Haben Sie Ihre Implantate schon länger und stellen eine Blutungsneigung fest, so kann das auf eine Mukositis oder Periimplantitis hinweisen.
Mögliche weitere Zeichen einer Entzündung sind neben der erwähnten Blutungsneigung auch eine Schwellung der Schleimhaut sowie Mundgeruch oder ein schlechter Geschmack im Mund. Ein Zahnarztbesuch wird auch dann notwendig, wenn Sie eine Lockerung Ihres Zahnersatzes oder Implantats bemerken.
Regelmäßige Kontrollen durch Ihren Zahnarzt und professionelle Zahn-/Implantatreinigungen tragen zur Früherkennung bei und können eine Periimplantitis verhindern. Nehmen Sie daher unbedingt die Kontrolltermine (Recall) wahr und suchen Sie Ihre Praxis auch zwischen den Terminen auf, wenn Sie Entzündungszeichen feststellen.
Mukositis und Periimplantitis sind für Sie kaum erkennbar. Deswegen sind regelmäßige Kontrollbesuche in der Praxis wichtig. Beim Verdacht auf eine Entzündung sollten Sie diese möglichst bald aufsuchen.

Wie werden Mukositis und Periimplantitis behandelt?

Die professionelle Entfernung der bakteriellen Beläge auf der Implantatoberfläche ist die Grundlage einer jeden Behandlung. Möglicherweise sollten Sie antibakterielle Mundspülungen oder Gelees verwenden. Manchmal wird Ihnen auch ein Antibiotikum verschrieben.
In weiter fortgeschrittenen Stadien kann ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig werden. Manchmal ist auch die Entfernung des Implantats notwendig. Grundsätzlich gilt: je früher eine Entzündung festgestellt wird, je besser und erfolgreicher kann sie behandelt werden. Nehmen Sie auch deswegen die Kontrolltermine in Ihrer Praxis unbedingt wahr.

Früherkennung ist wichtig für eine erfolgreiche Therapie. Zusätzlich zur professionellen Entfernung der bakteriellen Beläge empfiehlt Ihre Praxis ggf. noch antibakterielle Mundspüllösungen oder Gelees.

Text erstellt von Prof. Dr. Dr. S. Jepsen und Dr. M. Hagner, Bonn, unter Mitwirkung von Prof. Dr. R. Deinzer, Gießen, Prof. Dr. P. Eickholz, Frankfurt, und Prof. Dr. U. Schlagenhauf, Würzburg.