Wie reinige ich meine Implantate?
Wichtig ist, dass Sie alle Beläge täglich vollständig entfernen.Neben der zweimal täglichen gründlichen Reinigung der Zähne und des Mundraumes müssen Sie einmal täglich alle Implantatoberflächen und Zahnzwischenräume gründlich reinigen. Dabei ändert sich während der Behandlung die Art, wie Sie Ihre Implantate am besten reinigen. Fragen Sie hierzu immer auch Ihren Zahnarzt.
Das gleiche gilt auch direkt nach der Freilegung. Manchmal kann jetzt aber schon zusätzlich eine extra weiche Zahnbürste verwendet werden.
Spätestens mit der Eingliederung des Zahnersatzes beginnt die Reinigung mit Bürste und Zahnpasta, die möglichst antibakterielle Wirkstoffe enthalten sollte. Gut geeignet sind meist weiche Bürsten.
Bürsten Sie die Zähne gründlich. Lassen Sie sich in Ihrer Praxis zeigen, wie Sie mit der Zahnbürste am besten bakterielle Zahnbeläge entfernen können.
Die Zahnbürste erreicht allerdings nicht Zahnzwischenräume
und Nischen. Damit auch dort keine Bakterienbeläge
entstehen, reinigen Sie diese mit speziellen Zwischenraumbürstchen (sog. Interdentalbürstchen) und
mit Zahnseide. Lassen Sie sich auch hier zeigen, wie Sie
am besten vorgehen und welche Produkte am besten für
Sie geeignet sind. Für Stegverbindungen verwenden Sie Floss-Zahnseide und ebenfalls Zwischenraumbürstchen.
Wichtig ist, dass Sie auch schon bei alle Implantatteile sorgfältig reinigen.Den herausnehmbaren Zahnersatz selbst reinigen Sie mit einer
speziellen Prothesenbürste größerer Härte.
Auch nach der Eingliederung des endgültigen Zahnersatzes bleibt es dabei: Für eine gründliche Reinigung
benötigen Sie Zahnbürste und Zahnpasta, Zwischenraumbürstchen
und Zahnseide. Fragen Sie in Ihrer Praxis, ob
Sie genauso weiter arbeiten sollen wie beim provisorischen
Ersatz oder ob es jetzt noch neue Pflegehinweise gibt.
Wichtig ist, dass Sie täglich alle Beläge auf den Zähnen,
den Kronen, dem Zahnersatz, den Implantatoberflächen
und in den Zahnzwischenräumen entfernen. Nach der
Einheilung verwenden Sie dazu Zahnbürste und Zahnpasta,
Zahnzwischenraumbürstchen und Zahnseide.
Warum ist gute Mundhygiene so wichtig?
Unzureichende Mundhygiene kann zu Implantatverlust führen. In der gesunden Mundhöhle kommen über 700
verschiedene Bakterienarten vor, von denen die meisten
harmlos sind. Manche dieser Bakterien lagern sich auf
den Zähnen oder den Implantaten an. Werden sie dort
regelmäßig entfernt, bleiben sie harmlos.
Bei unzureichender Mundhygiene wird die Implantatoberfläche
allerdings dauerhaft mit Bakterien besiedelt. Eine
schlechte Abwehrlage begünstigt außerdem ihr Wachstum.
Diese Bakterien können jetzt eine Entzündung auslösen.
Zunächst entsteht nur eine Mukositis, eine Entzündung
der Schleimhaut, die das Implantat umgibt. Jetzt ist
Vorsicht geboten, denn diese Mukositis kann die Vorstufe
zu einer sog. Periimplantitis sein.
Die Periimplantitis (Entzündung mit Knochenverlust um
das Implantat) ist vergleichbar mit einer Parodontitis.
Beide Erkrankungen werden von denselben Bakterien
ausgelöst. Dadurch wird eine nichtbehandelte Parodontitis
auch zur Gefahr für ein Implantat. Bei der Periimplantitis
kommt es genauso wie bei der Parodontitis zu einem Abbau des Kieferknochens. Dadurch verliert das Implantat
seine Verankerung und lockert sich. Tatsächlich ist die Periimplantitis die häufigste Ursache für einen Implantatverlust.
Durch gute Mundhygiene beugen Sie der Entstehung
einer Periimplantitis vor. Die Periimplantitis ist die häufigste
Ursache für einen Implantatverlust.
Woran erkenne ich Mukositis und Periimplantitis?
Vorsicht: Mukositis und Periimplantitis können sich entwickeln, ohne dass Sie deutliche Zeichen davon wahrnehmen.
Auch deswegen sind regelmäßige Kontrollbesuche
beim Zahnarzt so wichtig. Mukositis und Periimplantitis sind meist schmerzfrei und werden daher von den Patienten oft übersehen. Wichtigstes Alarmzeichen ist eine erhöhte Blutungsneigung des Zahnfleisches. Allerdings ist auch die für Sie selbst nur schwer erkennbar.
Am ehesten bemerken Sie diese beim
Zähneputzen, wenn beim Ausspülen oder bei der Arbeit
mit der Zahnzwischenraumbürste oder mit der Zahnseide
ein bisschen Blut zu sehen ist.
In der Einheilungsphase ist das zunächst ganz normal.
Durch sehr gute Mundhygiene, auch trotz der Blutung, tragen
Sie dazu bei, dass sich das Gewebe schnell beruhigt.
Haben Sie Ihre Implantate schon länger und stellen eine
Blutungsneigung fest, so kann das auf eine Mukositis oder
Periimplantitis hinweisen.
Mögliche weitere Zeichen einer
Entzündung sind neben der erwähnten Blutungsneigung auch eine Schwellung der Schleimhaut sowie Mundgeruch oder ein schlechter Geschmack im Mund. Ein Zahnarztbesuch
wird auch dann notwendig, wenn Sie eine Lockerung Ihres Zahnersatzes oder Implantats bemerken.
Regelmäßige Kontrollen durch Ihren Zahnarzt und professionelle
Zahn-/Implantatreinigungen tragen zur Früherkennung bei und können eine Periimplantitis verhindern.
Nehmen Sie daher unbedingt die Kontrolltermine (Recall) wahr und suchen Sie Ihre Praxis auch zwischen den
Terminen auf, wenn Sie Entzündungszeichen feststellen.
Mukositis und Periimplantitis sind für Sie kaum erkennbar.
Deswegen sind regelmäßige Kontrollbesuche in
der Praxis wichtig. Beim Verdacht auf eine Entzündung
sollten Sie diese möglichst bald aufsuchen.
Wie werden Mukositis und Periimplantitis behandelt?
Die professionelle Entfernung der bakteriellen Beläge auf der Implantatoberfläche ist die Grundlage einer jeden
Behandlung. Möglicherweise sollten Sie antibakterielle Mundspülungen oder Gelees verwenden. Manchmal wird
Ihnen auch ein Antibiotikum verschrieben.
In weiter fortgeschrittenen Stadien kann ein kleiner
chirurgischer
Eingriff notwendig werden. Manchmal ist
auch die Entfernung des Implantats notwendig. Grundsätzlich
gilt: je früher eine Entzündung festgestellt wird,
je besser und erfolgreicher kann sie behandelt werden.
Nehmen Sie auch deswegen die Kontrolltermine in Ihrer
Praxis unbedingt wahr.
Früherkennung ist wichtig für eine erfolgreiche Therapie. Zusätzlich zur professionellen Entfernung der bakteriellen Beläge empfiehlt Ihre Praxis ggf. noch antibakterielle Mundspüllösungen oder Gelees.
Text erstellt von Prof. Dr. Dr. S. Jepsen und Dr. M. Hagner, Bonn, unter Mitwirkung von Prof. Dr. R. Deinzer, Gießen, Prof. Dr. P. Eickholz, Frankfurt, und Prof. Dr. U. Schlagenhauf, Würzburg.
